Jochens Cooper Maserati T86, 1967


Ich habe ja schon gewusst, dass der Cooper Maserati T86, mit dem Jochen Rindt die 2. Saisonhälfte 1967 bestritt, restauriert wird. Aber als ich das Auto in Goodwood beim Festival of Speed vor mir stehen sah, verschlug es mir doch ein wenig die Sprache. Anhand der Bilder können Sie sich selbst überzeugen, es wurde “A BEAUTY”, wie die Engländer zu sagen pflegen.



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                                                Cooper Maserati T 86, Jochen Rindt erreichte damit den 4. Platz  in Monza 1967


 IMG_0590kl02   Rindt Cooper T86 Monza 67
             Die Gelegenheit bot sich an im Wagen Platz zu nehmen                                       Zum Vergleich:  Jochen Rindt im selben Wagen in Monza 1967



History



Mit der Einführung der 3-Liter- Formel 1966 waren plötzlich viele Formel -1-Teams mit der Tatsache konfrontiert, keinen geeigneten Motor für die neue Formel zu haben. Beinahe jedes Team versuchte sich an einer eigenen Lösung. BRM z.B nahm kurzerhand zwei seiner 1,5- Liter-Motoren, schraubte sie am Kurbelgehäuse zusammen, und der berühmte BRM H-16-Zylinder war geboren. Leider war er aber eine Fehlkonstruktion, hielt kein einziges Rennen durch, außer einmal im Lotus von Jim Clark im GP der USA. Für Lotus war der H-16 eine Zwischenlösung, da Coventry-Climax die Entwicklung eines 3-Liter- Motors zu kostspielig wurde und sich mit Ende 1965 aus dem Rennsport zurückzog.Der 3-Liter Cosworth stand erst 1967 zur Verfügung. Bestehende Climax-Aggregate wurden auf 2-Liter oder 2,7 Liter aufgebohrt. Bevor Dan Gurney mit einem Eagle- Weslake- 3-Liter -12 -Zylinder erschien, verwendete er einen 2,7-Liter- Climax. Ferrari baute ihren eigenen 12-Zylinder, Honda einen luftgekühlten V12- Zylinder. McLaren setzte auf exotisches Material, Serenissima -V8 und auf Ford -V8, aber ohne Erfolg. Weiters verbaut wurden Climax -2-Liter- V8, BRM -2-Liter- V8 und Ferrari -2.4 Liter - Aggregate.

Nur Jack Brabham kümmerte sich rechtzeitig darum, dass er von Repco mit neuen 3-Liter Motoren versorgt wurde und hatte damit seine Hausaufgaben am besten erfüllt und wurde Weltmeister im eigenen Auto. Selbst 1967 reichte es nochmals zum WM-Titel, nun durch seinen Teamkollegen Denny Hulme.

Am Rande sei bemerkt, dass mit dem Erscheinen des Cosworth -DFV -3.0 1967 diese Vielfalt aus der F1 schlagartig verschwand.

Cooper in seiner Not griff auf eine alte Verbindung mit Maserati zurück. Maserati verwendete 12-Zylinder- Motoren bereits 10 Jahre zuvor. Mitte der 50er verbaute man diese Motoren in Sportwagen. Maserati suchte die Motorblöcke aus alten Scheunen zusammen, reaktivierte und modernisierte sie und verkauften sie an Cooper. Allerdings handelte man sich damit von vornherein ein Gewichtsproblem ein, welches man nie richtig in den Griff bekam. Trotzdem spielte man in der Saison 1966 ganz gut mit. Rindt erreichte oft die Punkteränge, belegte zweimal den 2. Platz, einmal, als er das dramatische Regenrennen von Spa anführte und kurz vor der Ziellinie von John Surtees auf Ferrari noch abgefangen werden konnte, da Rindts Regenreifen auf der immer trockener werdenden Piste keinen Grip mehr fanden, und ein weiteres Mal beim GP der USA in Watkins Glen, als der BRM -H-16 -Motor im Lotus von Jim Clark, der noch kein einziges Rennen durchgestanden hatte, dieses Mal doch durchhielt. Rindt war sich sicher, dass Clark das Rennen vorzeitig werde beenden müssen und attackierte deshalb erst gar nicht, was sicher ein taktischer Fehler war, denn Clark konnte so den BRM motorschonend ins Ziel fahren. Letztendlich wurde Rindt in der WM-Wertung Dritter, den einzigen Sieg für Cooper heimste aber der von Ferrari zu Cooper gewechselte John Surtees beim letzten GP der Saison in Mexiko ein und schnappte Rindt den zweiten Platz in der WM-Wertung im letzten Augenblick weg. Danach verließ Surtees das Cooper-Team, wechselte zu Honda und Pedro Rodriguez wurde 1967 Rindts Stallgefährte
.

1967 fing an, wie 1966 aufgehört hatte, der Teamneuling gewann das Eröffnungsrennen der neuen Rennsaison in Südafrika, was für eine Schmach für Rindt! Rodriguez sah sich noch vier weitere Male in den Punkten, belegte in der WM-Wertung den 4. Platz, für Rindt reichte es gerade zu zwei vierten Plätzen, und er wurde in der WM-Wertung mit insgesamt 6 Punkten nur 11

Der unglückliche Rindt, den man bald “Motorenmörder” nannte, der aber sicher am allerwenigsten Schuld am Motorensterben hatte, legte sich auch noch mit dem Teammanager Roy Salvadori an. Die beiden Sturköpfe gerieten oft aneinander und lieferten sich dabei einige berüchtigte Wortduelle. “Das Beste an dir ist noch deine Frau!”, pflegte er zu Rindt zu sagen. “Warum bist du nicht imstande, ein Auto zu bauen, das wenigstens so ähnlich wie ein Rennwagen aussieht?”, musste sich Salvdori sagen lassen. Oder Rindt nahm Rache am Wagen. Als er wieder einmal merkte, dass der Motor kaputt geht, versetzte er ihm den Todesstoß, indem er das Gaspedal auf Vollgas stehen ließ, bis die Drehzahl dem Motor vollends den Garaus machte ....... Salvadori, der auf einem Ohr taub war, hielt aber zufällig sein gesundes hin, als Rindt diese Geschichte einem Journalisten an der Box erzählte ........

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Erstmals erschien der Wagen zum Britischen GP in Silverstone.

Da der dramatisch übergewichtige Cooper Maserati T81B 1967 (Bild) an gravierender Erfolglosigkeit litt, glaubte man bei Cooper die Probleme mit massiver Gewichtsreduktion zu lösen.

Das Zaubermaterial im Automobilrennsport zu jener Zeit hieß “Magnesium”. Stabil und genauso leicht zu verarbeiten wie Aluminium, aber wesentlich weniger Gewicht. So baute man bei Cooper den lightweight- Typ T86. Das Monocoque und der Motor wurden zur Gänze aus Magnesium gefertigt und man sparte auf diese Weise ca. 50 kg (!) an Gewicht ein.

Das Debut verlief jedoch nicht sehr erfolgreich, Rindt musste mit Getriebeproblemen aus dem Rennen. Bei den GP von Deutschland und Kanada lief es leider auch nicht besser, durch Motor- und Zündungsprobleme musste sich Rindt vorzeitig aus den Rennen verabschieden

In Monza lief es mit einem neuen Motor vorerst auch nicht sehr gut. Rindt erreichte im Training nur den 11. Startplatz, ca. 4 Sek. hinter der Pole-Position. Erstmals konnte man ein aerodynamisches Bauteil an dem Wagen entdecken, einen Spoiler, der rund um die Nase angebracht war, der dem Auftrieb an der Vorderachse entgegenwirken sollte.
 

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Cooper T86 Monza 6703
67ita30 Rindt Cooper T8602

Das Rennen verlief dramatisch, geprägt von Windschattenschlachten, Ausfällen und der grandiosen Aufholjagd Jim Clarks. Clark, der nach einem Reifenwechsel beinahe eine ganze Runde verloren hatte, führte sensationell das Feld in die letzte Runde. Seine Aufholjagd kostete ihn jedoch zu viel Sprit, mit leerem Tank und abgestorbenem Motor rollte er letztlich nur als Dritter ins Ziel. Das Rennen gewann John Surtees auf Honda vor Jack Brabham. Surtees und Brabham passierten den langsamer werdenden Clark vor der Lesmo und fuhren knapp hintereinander herjagend bis zur Parabolica, wo Brabham ein gewagtes Ausbremsmanöver startete. Es gelang ihm zwar, an Surtees vorbei in Führung zu gehen, aber sein Geschwindigkeitsüberschuss war zu hoch, sodass er über den Pistenrand in der Parabolica hinausgetragen wurde. Surtees konnte innen an Brabham vorbeistechen und gewann das Rennen als dritter Führender innerhalb der allerletzten Runde.

  Rindts Cooper hielt über die volle Distanz des Rennens
  durch und wurde schliesslich mit dem 4. Platz belohnt.


Beim GP der USA musste Rindt mit dem alten T81B Vorlieb nehmen, der Motor hielt wieder nicht durch. Beim letzten GP 1967 in Mexiko trat er erst gar nicht mehr an und organisierte lieber seine Jochen- Rindt-Show in Wien. Mit Ende der Saison 1967 endete Rindts 3-Jahresvertrag mit Cooper, er verließ den Rennstall und wechselte für das Jahr 1968 zu Brabham.

Der Cooper T86 wurde auch noch 1968 eingesetzt, z. B. durch Ludovico Scarfiotti, jedoch setzte man nun auf 12-Zylinder -BRM Triebwerke, wieder nur mit mäßigem Erfolg.

Sogar 1969, nun wieder mit Maserati-, Motoren, kam der T86 noch zu einigen Einsätzen durch Vic Elford
.

T86 Silverstone 2000

Die Geschichte des Rindt - Wagens, sein Verbleib von 1969 bis 1998 werde ich später noch genauer beschreiben. Jedenfalls wurde der Wagen im Jahr 2000 in Silverstone bei Coys versteigert und von Ben Liebert, der auch schon den Gurney- Eagle- Weslake von 1967 erfolgreich restaurierte, gekauft. Das Bild unten zeigt, wie der Wagen zu jenem Zeitpunkt aussah. Seitdem hat man sehr viel Arbeit in die Restauration des T86 stecken müssen, da viele der aus Magnesium gefertigten Teile mit der Zeit verrotteten und daher neu gefertigt werden mussten. Das Monocoque war schon so schwach, dass es zwischen der Fahrerzelle und dem Motor wie eine Banane geknickt war. Auch musste ein komplett neuer Motor, dieses Mal jedoch aus Aluminium, gefertigt werden, da im Innern des alten Magnesium-Blocks bereits alles zu Sand zerbröselt war.