In memoriam  - Richard Spelberg
 

Lieber Richard,

das sind meine persönlichen Erinnerungen an Dich.

Uns verband die Liebe zum Thema Lotus auf dessen Spuren wir einander seit 25 Jahren immer wieder begegneten. Wir verbrachten viel Zeit damit, die Geschichte von Lotus zu verfolgen und nachzuzeichnen, ich als Jochen Rindt-Historiker, Du als Lotus-Historiker. Du hast   Bücher geschrieben und warst Besitzer von diversen Lotus Rennfahrzeugen.

Es war für Dich nicht wichtig Rennsiege einzufahren oder Meisterschaften zu gewinnen. Nein, für Dich zählte die Historie im Formel Sport und damit verbunden die Instandsetzung und Erhaltung der Originale.

Wann und wo immer wir uns begegneten, Monza, Goodwood, Silverstone, Brands Hatch oder auf diversen Motorshows, für uns bedeute es jedes Mal das klassische Aufeinanderprallen von deutsch - österreichischen Humor-Kulturen wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten. Aber vielleicht gerade deswegen hatten wir ungemein viel Spass, haben viel geblödelt und viel gelacht! Selbst unsere Telefongespräche arteten oft zum feinsten Kabarett aus. Viel zu lachen gab es auch über die “kranken Hirne”, wie Du gewisse Leute in der Szene gerne bezeichnetest.

Erst vor wenigen Jahren wagtest Du Dich auf den Wiener Opernball, aus reiner Neugierde wie Du sagtest, Du hast mich an jenem Wochenende besucht und hast in meinem Museum stundenlang die Fotoalben durchwühlt und mit kleinen gelben Zettelchen jene Fotos markiert, von denen Du eine Kopie wolltest. Die Kopien hast Du erhalten, aber Deine Zettelchen stecken noch immer an jenen Stellen.
 

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                                                   Ich komme übrigens am 8. März zum Opernball .....

Manches Mal warst Du ein wenig verrückt, ich erinnere mich an Monza 1998, ich hielt Dir damals die Zeitentafel aus der Boxengasse. Als das Feld aus der Aufwärmrunde zurück kam, Du als einer Letzten, sah ich plötzlich grelle Lichter aus der Parabolica aufblitzen, bis ich erstaunt feststellte, dass sie aus Deinem Cockpit kamen. Du hattest Dir tatsächlich 2 Kameras um den Hals gehängt um im Rennen fotografieren zu können. Der Spelberg spinnt, dachte ich mir. Konkurrenten konnten es kaum fassen, als Du plötzlich die Kamera in die Höhe hieltst, wärend sie dich überholten! “Have you seen crazy Richard? He took photos while racing!”, sagten sie nach dem Rennen. Da waren sogar die coolen Briten “amazed”.


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                                                                               Das war Monza 1998:
Hier stehe ich gemeinsam mit Dir und B. Brammer bei Deinem Lotus, übrigens das einzig existierende Foto auf dem wir gemeinsam abgebildet sind.

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         So hast Du Dich am liebsten gesehen - in einem Deiner geliebten Lotus Rennwagen sitzend - und natürlich damit fahrend

 

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Das waren die letzten Fotos die Du mir per eMail zugesandt hast, aufgenommen in Spa 2005

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Unser letztes persönliches Treffen im Februar 2005 bei Hall & Hall in England. Hier mit Pete Kerr und Bob Dance an Deiner Seite. Pete Kerr verstarb am selben Tag wie Du an der selben Krankheit.

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Du hast das Leben als grosse Spielwiese zum Abernten von Freuden angesehen, und so wirst Du für mich in Erinnerung bleiben.

Richard Spelberg verlor den Kampf gegen Krebs am 1. Mai 2007

 

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